Pressemitteilung 28. November 2006
Schâhnâme – Das Königsbuch
Von Abu 'l-Quasem-e Ferdousi
Eine Koproduktion zwischen dem DAC Teheran (Iran) und dem Theater im Marienbad (Freiburg)
„Das Königsbuch“ – eine deutsch-iranische Theaterproduktion
Initiiert durch die erste Gastspielreise des Theater im Marienbad mit „Parzival“ von Tankred Dorst in den Iran 2003 entstand ein lebhafter Austausch mit der iranischen Theaterszene, der sich zuletzt verstärkt in diversen Beiträgen iranischer Gruppen und Theaterschaffenden beim Internationalen Freiburger Theaterfestival 2006 fortsetzen konnte. Ausgelöst durch das große Interesse von iranischer Seite an den Theaterformen der „Parzival“ - Inszenierung machte das Dramatic Arts Center (DAC) das Angebot an Dieter Kümmel, den künstlerischen Leiter des Theater im Marienbad und Regisseur von "Parzival", mit deutschen und iranischen Theaterschaffenden das „Königsbuch“ zu inszenieren und als internationale Koproduktion im Iran und in Deutschland zu zeigen.
Wir freuen uns sehr, dass sich die Bundeskulturstiftung bereit erklärt hat diese außergewöhnliche Zusammenarbeit, deutscher und iranischer Künstler unter Leitung von Dieter Kümmel, zu finanzieren. Das Dramatic Art Center, Teheran trägt die Finanzierung von Iranischer Seite.
Dieses tausend Jahre alte persische Epos von Ferdousi zählt zu den großen Werken der Weltliteratur und ist vergleichbar mit den Homerischen Versen Es greift vorislamische Sagen und Legenden auf und wirkt in seiner sprachlichen Brillanz bis heute auf die persische Kultur. Nach wie vor sind eine Vielzahl der Geschichten tief verankert im iranischen Bewusstsein und fordern zu künstlerischer Auseinandersetzung heraus.
Insbesondere die um die Figur des Rostam angesiedelten Heldengeschichten sind bis heute lebendig, in der Hochkultur wie in den iranischen Alltagsmythen. Gleichzeitig weisen diese vielschichtigen Episoden häufige Parallelen zu indogermanischen Mythenstoffen wie dem Nibelungenlied auf.
Das Königsbuch ist eine Erinnerung, eine schmerzliche Reminiszenz an vergangene Größe und Pracht. Eine melancholische Stimmung liegt über dem Ganzen; aber noch mehr bestimmend ist eine Haltung, die den meisten andern Volksepen fehlt. Es schildert nicht nur große Heldentaten, sondern mahnt den Leser beständig, allen Schicksals Zweck und Bedeutung, Entwicklung und Gesetzmäßigkeit zu erkennen, und dieses Suchen nach dem Sinn allen Geschehens gipfelt in einem unbesiegbaren, unverwüstlichen Optimismus, in einer leidenschaftlichen Bejahung des Lebens, wie schwer es auch sei.
Notizen
Bericht über den Iranaustausch (pdf)
Internationales Theaterfestival
Gastspiel: "Hat Opa einen Anzug an"
[im Aufbau]
Iranreise 2003
des Ensembles mit "Parzival" und "Die Geschichte vom Onkelchen" nach Teheran und Isfahan 2003:
"Der verwirrte Mensch"
Shargh Newspaper, 28. Oktober 2003 (Nr.52), S.10
bisherige Veranstaltungen und Gastspiele zum Schwerpunkt Iran:
"Hand in Hand durch fremdes Freundesland"
Im Land der Dichter und der Rosen und der Nachtigallen
zur Literatur schreibender Frauen in Europa und Persien
Schluss jetzt!?
Podiumsdiskussion
Roberto Ciulli im Gespräch
Getauschte Blicke:Perspektiven eines Kulturaustauschs mit dem Iran
Unwiederbringliche AugenblickeReiseeindrücke des Ensembles
Gastspiele:
"Rotes Wasser"Isfahan
"Kiss You and Tears"
Teheran