Theater im Marienbad Freiburger Kinder- und Jugendtheater
Jetzige Zeit und vergangene Zeit sind vielleicht gegenwärtig in künftiger Zeit. Und die künftige Zeit enthalten in der vergangenen. Wenn alle Zeit ewig gegenwärtig ist, ist alle Zeit unerlösbar. Was hätte sein können ist Abstraktion und bleibt unendliche Möglichkeit nur in einer spekulativen Welt. Was hätte sein können und was war, beides zielt aufs gleiche Ende, immer gegenwärtig. Schritte hallen in Erinnerung nach, den Gang hinab, den wir nicht nahmen, und dann zur Tür, die wir niemals öffneten, in den ROSENGARTEN. T. S. Eliot Wir bedanken uns sehr für Ihr Interesse an unserer Arbeit, für Ihre Unterstützung in diesem für uns so einschneidenden Jahr. Der Tod eines Menschen setzt allen Leidenschaften, allem Willen und Wunsch ein Ende, es ist ein Punkt, an dem es keine weiteren Ziele mehr gibt und es ist - sehr traurig. Wir haben im Juni unseren langjährigen Leiter Dieter Kümmel verloren. Das war und ist ein großer Verlust. Ist da aber Erinnerung, ist da Kunst, ist da gar ein Haus- dann wird vergangene Zeit gegenwärtig und die Möglichkeiten unendlich reich. Mit Hubertus Fehrenbacher, der die Leitung des Hauses übernommen hat, und den beiden Regisseuren Marc Günther und Stephan Weiland haben enge Weggefährten von Dieter, gemeinsam mit dem Ensemble, einen sanften Übergang geschafft. Wir können auf eine lebhafte und gut besuchte erste Halbzeit zurückblicken, auf eine breite Zustimmung in der Öffentlichkeit, auch der politischen und freuen uns nun auf die erste Premiere am 23. Januar 2009 um 20h. Marc Günther, der letztes Jahr schon den überaus erfolgreichen Don Quijote inszeniert hat, hat nun mit “ Alice im Wunderland hinter den Spiegeln“ wieder ein Stück Weltliteratur aufgemacht. In einer eigenen Bühnenfassung begleiten wir Alice auf ihrem Weg durch phantastische Atmosphären. Lewis Carroll zeigt uns in seiner Geschichte die Relativität von scheinbar festen Begriffen. Alices Abenteuer werfen existenzielle Fragen auf. Fragen, die besonders junge Menschen im schwierigen Prozess der Selbstfindung beschäftigen. Wer bin ich? Wer legt die Regeln fest? Was sind Zeit und Raum? Was ist Traum und was ist Wirklichkeit? Wohin soll ich und wo bin ich eigentlich jetzt? Auf ihrer Reise trifft sie auf skurrile Wesen: das weiße Kaninchen, das immer zu spät ist, eine Teegesellschaft, bei der die Zeit stehen geblieben ist. Sprechende Blumen, die sich wundern, dass jemand herumläuft, anstatt einen festen Standpunkt zu haben. Begegnungen mit rohen Eiern und rüden Königinnen, auf einem Weg durch den Dschungel einer Welt, die uns oftmals verwundert und manchmal auch verwundet. Wir freuen uns auf ein Symposium zum Thema „Die Kraft des Ensembletheaters, war das was- wird da was sein?“; auf die Inszenierung „Eine Odyssee“ von Ad de Bont in der Regie von Stephan Weiland, auf die Baden Württembergischen Theatertage und so vieles mehr und- ganz besonders freuen wir uns auf Sie und auf die Kinder und Jugendlichen, auf unser Publikum. Wir wünschen Ihnen und Euch schöne Weihnachtstage und einen neugierigen Start in 2009, wir wünschen Ihnen, dass sich die Türe zum Rosengarten manchmal von alleine öffnet oder auch den Mut die Klinke einfach zu drücken… mit herzlichen Grüssen – – Ihr Theater im Marienbad
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